Bluthochdruck (Hypertonie) – die schleichende Gefahr

 Bluthochdruck kann tödlich sein. Unbehandelt ein Risikofaktor, der noch immer extrem unterschätzt wird.Wer unter Bluthochdruck leidet, der merkt davon mitunter aber gar nichts. In vielen Haushalten fehlt ein Blutdruckmessgerät, sodass erst die Routineuntersuchung beim Arzt einen ersten Hinweis auf diese Krankheit gibt. Vielfach ist es aber so, dass es erst dramatisch werden muss, bis dem Patienten klar wird, welche Zeitbombe in ihm tickt – manchmal aber auch spät.

Symptome des Bluthochdrucks

Bluthochdruck zeigt typische aber von den meisten kaum wahrnehmbare Symptome. Ein Symptom ist beispielsweise das Schwitzen. Wenn die Außentemperatur allerdings bei + 30 Grad Celsius liegt, denkt kaum jemand an eine Blutdruckentgleisung.
Es gibt jedoch weitere Merkmale – leider die gleichen, wie sie auch bei niedrigem Blutdruck auftreten: Schwindel, Kopfschmerzen, abnehmende Leistungsfähigkeit, Nervosität und Konzentrationsprobleme. Kann bei diesen Beschwerden kein Blutdruckmessgerät Entwarnung geben, sollte immer auch an eine Bluthochdruckerkrankung gedacht werden.

Bluthochdruck und die Folgen

Ein Blutdruckmessgerät kann Leben retten! Im besten Fall ist das Blutdruckmessgerät in jedem Haushalt vorhanden, damit schnell gegen die mitunter tödlich verlaufende Erkrankung vorgegangen werden kann.
Ein unbehandelter Bluthochdruck kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Eine Hypertonie belastet das gesamte Blutgefäßsystem. Blut, dass mit zu hohem Druck durch die Gefäße gepumpt wird, hinterlässt gefährliche Spuren: kleinste Risse in den Gefäßwenden, die durch diverse Stoffwechselprozesse zu Verdickungen und Verkalkungen führen. Es bildet sich eine Atherosklerose, es kann zu Herzmuskelschwäche und Angina Pectoris Anfällen kommen oder aber zur koronaren Herzkrankheit führen. Komplett verstopfte Herzkranzgefäße münden in den oft tödlich verlaufenden Herzinfarkt.

Ein Blutdruckmessgerät im Haus ist gerade in der heutigen Zeit sehr sinnvoll. Veränderte Lebensgewohnheiten sorgen dafür, dass immer mehr Menschen unter Bluthochdruck leiden. Neben Gehirn- und Herzinfarkten sind es auch die Nieren, die einen länger andauernden Bluthochdruck nicht unbeschadet überstehen. Nierenfunktionsstörungen treten rasch ein und sorgen bei Komplettversagen dafür, dass Patienten auf die Dialyse angewiesen sind.

Tipps zur Vermeidung von hohem Blutdruck

Ist der Ernstfall erst eingetreten, d. h, ist es zu einem dauerhaft zu hohen Blutdruck gekommen, helfen in der Regel nur noch Medikamente, um die Hypertonie in den Griff zu bekommen. Der Patient kann (und sollte) jedoch auch durch eine Umstellung seiner Lebensgewohnheiten dazu beitragen, dass sich entgleiste Werte wieder normalisieren. Besser ist es aber, schon vorher maßvoll zu leben, sodass es gar nicht erst zu solch einer Erkrankung kommt.

Grundsätzlich muss darauf geachtet werden, den Blutdruck in einem altersgemäßen Wert zu halten. Nachfolgend ein Überblick:

Oberer (erster) Blutdruckwert – systolisch
Unterer (zweiter) Wert – diastolisch
Alle Werte in mmHg

• Optimaler Wert: unter 120 / unter 80
• Normal hoch: 130 bis 139 / 85 bis 89

• Bluthochdruck Grad 1: 140 bis 159 / 90 bis 99

• Bluthochdruck Grad 2: 160 bis 179 / 100 bis 109

• Bluthochdruck Grad 3: ab 180 / ab 110

Darüber hinaus gibt es die isolierte systolische Hypertonie (die sogenannte Pulsdruckhypertonie) ab 140 mmHg systolisch und unter 90 mmHg diastolisch, die ebenfalls behandlungsbedürftig ist.

Wichtig: Da mit zunehmendem Alter leichte Blutdruckerhöhungen auftreten können, sollte mit dem Hausarzt besprochen werden, welche Werte im Einzelfall angestrebt werden müssen.

Die optimale Lebensweise zur Vermeidung eines Bluthochdrucks bedeutet keinen Verlust der Lebensqualität – ganz im Gegenteil! Wer sich gesund ernährt – viel Obst, Gemüse, Fisch und regelmäßig kleine Mengen Omega3-Öl konsumiert, ist auf einem guten Weg und fühlt sich vermutlich schnell auch sehr gesund. Dazu regelmäßig Bewegung und der Verzicht auf Nikotin sind ebenfalls Schritte in die richtige Richtung.

Trotz allem sollte der Blutdruck natürlich regelmäßig kontrolliert werden. Und dazu eignet sich das Blutdruckmessgerät für zuhause. Gesunde Menschen müssen nicht mehrmals täglich messen – mindestens 1-2 Mal pro Woche sollten es aber schon sein.
Richtige Ergebnisse werden immer in Ruhe angezeigt. Also entweder morgens vor dem Aufstehen messen oder abends auf der Couch. Über den Tag hinweg schwankt der Blutdruck und kann sich kurzzeitig durchaus auch in einem hohen Bereich bewegen – beispielsweise beim Sport oder der Hausarbeit. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass der Blutdruck in Ruhephasen wieder auf Optimal- bzw. Normalwerte abfällt. Ist dies nicht der Fall, sollte umgehend ein Mediziner zurate gezogen werden.